Montag, 12.12.2005
22.25 – 23.10 Uhr, 3sat
gero von boehm begegnet
Jörg Immendorff

 

Kokain- und Sexpartys machten den Maler und Bildhauer Jörg Immendorff vor einiger Zeit auch in nicht kunstinteressierten Kreisen bekannt. Sein exzentrisches Image hat er sich aber schon viel früher erworben: Als überzeugter Polit-Künstler sah er in den 1960er Jahren für die Malerei keine Berechtigung mehr und forderte auf einem Ölbild: 'Hört auf zu malen!'. Neodadaistische Aktionen brachten ihm sogar den Verweis von der Düsseldorfer Kunstakademie. Dies alles konnte nicht verhindern, dass Immendorff ein international anerkannter Künstler und zum wichtigsten politischen Maler seiner Generation wurde. 60 Jahre würde er nicht mehr werden, hatten ihm die Ärzte prophezeit, als sie ihm vor sieben Jahren mitteilten, dass er an ALS erkrankt sei, einer unheilbaren Nervenkrankheit. Doch am 14. Juni 2005 hat Immendorff seinen 60. Geburtstag gefeiert. Die ihm noch verbleibende Zeit nutzt der Maler, der inzwischen im Rollstuhl sitzt und den Pinsel nicht mehr führen kann, zusammen mit seinen Assistenten zu intensivem Arbeiten: 'Ein Künstler hat zu malen, bis er stirbt.'
Gero von Boehm hat Jörg Immendorff in dessen Düsseldorfer Atelier besucht.

>  Wiederhlung: 03.25 Uhr


>> Bis zum 22. Januar 2006 zeigt die Neue Nationalgalerie in Berlin unter dem Titel 'Male Lago - unsichtbarer Beitrag' eine Immendorff-Werkschau.