Samstag, 03.12.2005
14.45 - 15.15 Uhr, arte
Künstler hautnah
Jacques Monory
Frankreich 2005

Die Werke des französischen Malers Jacques Monory stellen oft Szenen aus dem privaten oder gesellschaftlichen Alltagsleben dar und regen den Betrachter an, eine Geschichte dazu zu erfinden. Er bezeichnet sich als einen 'erzählenden' Maler 'affektiver Art'. Monory malt große, oft in mehrere Sequenzen unterteilte monochrome Bilder. Seine Lieblingsfarbe ist Blau. Inhalt seiner Bilderserien sind unter anderem Frauen, Gartenarbeit, bunte Landschaften sowie Galaxien, aber auch weitaus drastischere Themen wie Morde oder Katastrophen. Dabei verarbeitet er zum Teil selbst angefertigte Aufnahmen, aber auch aus Zeitungen ausgeschnittene Fotos oder Bilder aus dem Fernsehen. Durch die Zusammenstellung dieses Materials schafft er Bilder, die realistisch und fremdartig zugleich wirken. In einigen Bildern setzt sich Monory selbst in Szene oder lässt Personen seiner Umgebung wie in einem Tagebuch auftreten. In anderen Fiktionen, den so genannten 'thrillerartigen Drehbüchern', wirft er einen kritischen Blick auf die Gesellschaft und ihre Schattenseiten, auf Katastrophen, Kriege, Morde und sonstige Formen der alltäglichen Gewalt. Die Ergebnisse dieser Arbeit nennt er 'kolorierte Schiffbrüche'. Über seine Malerei insgesamt sagt er, sie sei 'schwer rezipierbar' und bestehe 'aus einfachen Ideen und Symbolen'. In den 90er Jahren bezog Monory zusätzlich Objekte in seine Malerei ein. Seit 1955 waren Monory viele Personal- und Kollektivausstellungen in französischen Galerien und Museen sowie in Italien, Deutschland, der Schweiz, Brüssel, Amsterdam, Prag, Barcelona, New York und Tokio gewidmet. Er hat auch Text- und Bildbände verfasst und ist Autor sowie Regisseur von fünf Filmen über Kunst.

>> Für 'Künstler hautnah' beobachtet die Kamera Grafiker, Mode- und andere Designer, Architekten, Fotografen und Maler während ihres Schaffens. Ob in Rom, Paris, Madrid oder Rotterdam - sie werden überall dort gezeigt, wo sie arbeiten oder Anregungen suchen.