Samstag, 05.11.2005
23.30 - 00.25 Uhr, arte
Metropolis
Magazin/Kultursendungen, Deutschland 2005

(1): Porträt - Sophie Matisse
Die Künstlerin Sophie Matisse verfremdet Klassiker der Kunst. Vor zwei Jahren sorgte sie damit in New York für Aufsehen. Die Ur-Enkelin des Malers Henri Matisse, des großen 'Konkurrenten' von Pablo Picasso, lieferte Versionen à la Matisse von Picasso-Motiven wie Guernica. 'Kann eine Matisse einen Picasso malen?', fragte das Magazin 'New Yorker' in einer Hymne auf die junge Künstlerin. Dann malte sie andere berühmte Gemälde nach - die 'Mona Lisa' von Leonardo da Vinci und den 'Geographen' von Vermeer. Nur: Die Hauptpersonen fehlen auf den Bildern. Wir sehen nur leere Landschaften und Räume. Die Bilder sind uns merkwürdig vertraut und fremd zugleich. Ein Effekt, der in mancher Hinsicht die Augen für die jeweiligen Werke öffnet. Heute ist Sophie Matisse eine viel beachtete Künstlerin, deren Spiel auf den Schultern der Giganten und der Kunstgeschichte sich immer neue Wege sucht. Anlässlich der Ausstellung 'Henri Matisse - Figur Farbe Raum' in der K-20 Kunsthalle in Düsseldorf und einer aktuellen Werkschau von Sophie Matisse in New York hat 'Metropolis' die Urenkelin des großen französischen Malers in New York besucht und hinter die Kulissen ihres künstlerischen Lebens geschaut.

(2): Fotografie - Flucht aus dem neunten Fort
Kaunas in Litauen, ein ehemaliges Vernichtungslager: Für eine Woche lebt der Holocaust hier wieder auf. Für ein Foto, das aus vielen einzelnen Sequenzen zusammengesetzt wird und einmal acht mal zwei Meter messen soll, lässt der Fotograf Burkhard von Harder 120 Darsteller in immer neue Kostüme schlüpfen. Unaufhörlich arbeiten Schneekanonen und Windmaschine: Weihnachten 1943 ist es bitterkalt. 64 Menschen gelingt die Flucht aus dem Vernichtungslager.
Ein internationaler Stab assistiert von Harder dabei auch der Make up-Künstler Waldemar Pokromski, der schon für Filme von Spielberg und Polanski arbeitete. Das Riesenfoto, das an klassische Zyklen von Bruegel oder Bosch erinnert, wird später am Computer zusammengefügt. METROPOLIS ist auch bei der Postproduktion dabei und zeigt das Bild, bevor es erstmals ausgestellt wird.

(3): Das Heft als Scheibe - DVD-Magazine drängen auf den Zeitschriftenmarkt
Längst hat die DVD dem Kino den Kampf erklärt. Nun soll der Blätterwald aufgemischt werden. Zum ersten Mal erscheinen in diesem Herbst Magazine als DVD. Musikfreunde sollen mit 'Slices' erreicht werden: Interviews, Hintergrundberichte und Portraits werden in kleinen Clips präsentiert. Getragen von privaten Sponsoren, will das Magazin die konsumwillige Jugend erreichen. Auf Kulturberichterstattung konzentriert sich das DVD-Magazin 'Monitorpop', das im November erscheinen soll. Vierteljährlich wollen die Macher Literatur, Musik sowie Kurzfilme und Fotostrecken aus der ganzen Welt präsentieren. Zu den Vorteilen einer DVD gehört: 'Monitorpop' erscheint in vier wählbaren Sprachen. Aber wollen die Leser eine Innovation, die Ihnen das Umblättern erspart? 'Metropolis' prüft, was die DVD-Magazine leisten und ob sie auf lange Sicht herkömmliche Zeitschriften ersetzen können.

(4): 'Rundlederwelten'
Als Auftakt zu einer 'Metropolis'-Reihe, die sich mit Fußball und Kunst befasst besucht 'Metropolis' die große Ausstellung in Berlins Martin Gropius Bau zum Thema Fußball in der Kunst, die auf eine Idee des verstorbenen Harald Szeemann zurückgeht. Mit dabei: ein Promi aus der Fußballwelt, der sich auch auf Kunst versteht.