| Samstag, 11.02.2006 (Bonnard) |
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Samstag, 11.02.2006 20.15-20.40 Uhr, arte Bonnard Frankreich 2006 Beim Restaurieren und Reinigen von Bonnards 'Akt in der Badewanne'
konnte Alain Cavalier Nathalie und Bertrand Le Dantec filmen. 'Drei
Tage lang bin ich von diesem Gemälde ganz und gar durchdrungen gewesen.
Wie ein Magnet hat es mich angezogen, und so habe ich Bonnards Malkunst
filmisch greifbar machen können', erklärt Alain Cavalier. Der Maler
habe ihn dabei auf die verborgenen Wege seines Privatlebens geführt,
denn die Frau in der Badewanne ist Marthe, die Frau des Malers. Bonnard
war verrückt nach Farben, Licht und weiblicher Präsenz. Mit Matisse
teilte er das Credo, den anderen nur die Schönheit des Lebens und seine
Beglückung als Maler zu geben. Nirgends eine Spur vom Krieg, vom
Blutregen, der sich über seine Zeit ergoss. Keine einzige Klage über
sein mönchisches Malerdasein. Nichts dringt von seinen Zweifeln durch,
vom Angriff der abstrakten Malerei, durch die er in Ungnade fiel. Keine
Auflehnung gegen Marthe, die ihn immer mehr in die Isolation trieb und
Freunde und Besucher fern hielt. Das Bild 'Akt in der Badewanne' steht
im Mittelpunkt des Films, ferner zieht Cavalier Selbstbildnisse und
Porträts heran, die die Geschichte einer Ehe erzählen. Außerdem
entdeckte Cavalier ein einzigartiges Dokument: Ein Amateur filmte ein
paar Sekunden lang den betagten Maler, wie er aus dem Meer steigt.
Cavalier hat Bonnards Haus in Le Cannet bei Nizza aufgesucht, dort
sogar im Bett des Malers geschlafen und den Sonnenaufgang über dem
Mittelmeer erlebt. Cavalier wurde Bonnard; und was Bonnard sein ganzes
Leben lang mit dem Pinsel tat, hat Cavalier mit seiner kleinen
Videokamera nachvollzogen: die unmittelbare Umgebung einfangen, die
vertrauten Körper hervortreten lassen, die Räume des Hauses, die Natur
vor dem Fenster - alles Zeugnisse des unerschöpflichen Glanzes von
Bonnards Kunst. >> Alain Cavalier, der Regisseur von 'Therese', einem Film über Therese von Lisieux (Preis der Jury Cannes 1986), ist den ARTE-Zuschauern durch seinen sehr persönlich gehaltenen Film über den Maler Georges de la Tour (1997) bekannt. |
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