Samstag, 11.02.2006
19.15-20.00 Uhr, 3sat
Kulturzeit extra
Beuys und Beuys
Der Jahrhundertkünstler zwischen Fettstuhl und dem 'Hier und Jetzt'


'Ich denke sowieso mit dem Knie' sagte Joseph Beuys. Ende Januar ist sein 20. Todestag. Im Mai wäre er 85 Jahre alt geworden. Doch was ist geblieben von dem Jahrhundertkünstler, der die Grenzen des Kunstbegriffs gesprengt hat, der Fett und Filz als kunstwürdige Materialien eingeführt hat und dessen Fettstuhl auch heute noch die wenigsten für Kunst halten, obwohl er auf dem Kuns tmarkt Millionen bringen würde? Brauchen wir Beuys noch? Lassen sich junge Künstler von ihm inspirieren, oder ist er dank zahlreicher Ausstellungen, die ihn für das Publikum mundgerecht machen wollten, seiner eigentlichen Wirkung beraubt und im musealen Mausoleum begraben?

'Kulturzeit extra: Beuys und Beuys' beschreibt die Wirkung, die das Werk des Künstlers, das über die ganze Welt verstreut ist, heute ausübt. Sucht den Beuys, der mehrere Tage in New York mit einem Koyoten verbrachte und so seine Liebe zu Amerika artikulierte. Hört noch einmal dem Beuys zu, der unermüdlich sein eigenes Werk kommentierte und als wortreicher Kämpfer für eine gesamtkünstlerische Gesellschaftsutopie eintrat. Die Performancekünstlerin Marina Abramovic, der Gesamtkunstwerker Christoph Schlingensief, der Beuys-Sekretär Heiner Bastian, Kunstpater Friedhelm Mennekes und Klaus Biesenbach, Jungkurator am MoMa in New York, äußern sich über 'ihren' Beuys und wo sie den Künstler und sein Werk heute sehen.