Samstag, 31.12.2005
20.15 – 20.40 Uhr, arte
Camille - Monets Dame im grünen Kleid
Magazin/Dokumentation, Deutschland 2005

Mit 26 Jahren malt Claude Monet (1840 - 1926) ein Porträt seiner Geliebten und späteren Ehefrau Camille Doncieux - ein lebensgroßes, in dunklen Farben gehaltenes Gemälde. Das Bild, eines der frühen Figurenbilder Monets, ist ein Riesenerfolg für den bis dahin nahezu unbekannten Maler. Erst später sollte er einer der bedeutendsten Vertreter des Impressionismus werden. Warum hatte das Bildnis Camilles einen solchen Erfolg? Und warum hat das Porträt bis heute nichts an Bedeutung und Anziehungskraft verloren? Das Bild zeigt eine Dame in einem grünen Kleid, ihr Blick ist vom Betrachter abgewandt. Warum hat das rauschende Seidenkleid mehr Gewicht, als ihr scheu abgewandtes Gesicht? Das Gemälde wirft zahlreiche solcher Fragen auf, die die Monet-Forschung bislang nicht beantwortet hat. Anlässlich der Ausstellung 'Monet und Camille - Frauenporträts im Impressionismus' in der Kunsthalle Bremen (15. Oktober 2005 bis 26. Februar 2006) gibt es jetzt eine erste Annäherung an diesen Themenkomplex. Camille stand bis zu ihrem Tod für zahlreiche weitere Bilder Modell. Niemanden hat Monet so oft gemalt wie Camille, die ihm zwei Söhne schenkte. Anhand des ersten Bildes aus dem Jahr 1866 begibt sich die Dokumentation auf Spurensuche und erzählt die rätselhafte Geschichte der Camille - in der Kunst und im wirklichen Leben. 1879 malt Monet Camille ein letztes Mal auf dem Totenbett. Danach zieht Monet mit seinen Kindern in sein Haus nach Giverny. In seinen Bildern widmet er sich jetzt mehr und mehr dem märchenhaften Garten in Giverny. An diesem verwunschenen Ort, wo Monet bis zu seinem Lebensende wohnen wird, entstehen ab 1897 die ersten Seerosen-Bilder.