Die Kustodie der Universität Leipzig und das Altorientalische Institut zeigen vom 7. April bis 3. Juni 2006 die Ausstellung ''Gilgamesch, gesehen von Reinhard Minkewitz. Ein mesopotamischer Mythos zwischen Keilschrift und zeitgenössischer Kunst''. Im Ausstellungszentrum Kroch-Haus begegnen sich Tontafeln mit der ältesten Schrift der Menschheit und die zeitgenössische Auseinandersetzung mit dem Epos in der Kunst von Reinhard Minkewitz (Eröffnung: 6. April 2006, 19:00 Uhr, Ausstellungszentrum Kroch-Haus, Goethestraße 2).
 
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Reinhard Minkewitz: Wilder Mann
 
 

 

Das babylonische Gilgamesch-Epos, entstanden im 3. Jahrtausend vor Christus, ist eines der ältesten literarischen Werke der Menschheit und wurde auf Tontafeln in mesopotamischer Keilschrift überliefert. Es liefert ein beeindruckendes Zeugnis von den elementaren Problemen, gesellschaftlichen Strukturen und der Denkweise der Menschen im Zweistromland vor ca. viertausend Jahren. Die Erzählung berührt nicht nur Grundfragen des menschlichen Daseins, wie Kampf und Freundschaft, Liebe und Tod, sondern thematisiert auch die Sterblichkeit des Menschen. Die Rezeption des Stoffes in der zeitgenössischen Kunst macht deutlich, wie aktuell die Kerninhalte des Mythos auch heute noch sind. Reinhard Minkewitz hat sich dem Gilgamesch-Epos über Jahre genähert. Dabei hat der ausgewiesene Zeichner den Stoff in Form von Zeichnung, Malerei und Skulptur visualisiert. Er entwickelt dabei seine Lineaturen nicht aus der Bildgeschichte sondern von der Gestik her. An einer sparsamen Personage arbeitet er über streng gebaute Volumen immer wieder Grundkonflikte heraus. Es entsteht etwas, was Minkewitz selbst ''Gleichnisse für Welt, Urgestalten, die sich aus dem Leben der Menschen ergeben'' nennt; er zielt auf Archetypen.

Die Leipziger Ausstellung ist die zweite Station eines von dem Lyriker und Kunstschriftsteller Dieter Hoffmann angeregten Ausstellungsprojektes: Im Foyer der Akademie der Wissenschaften in Mainz wurde im November und Dezember 2006 die Ausstellung ''Das Gilgamesch-Epos, gesehen von drei Generationen'' gezeigt, in der Arbeiten der drei Künstler Willi Baumeister (1889-1955), Josef Hegenbarth (1884-1962) und Reinhard Minkewitz (geb. 1957) einander gegenüber gestellt wurden. Eine ausstellungsbegleitende Schrift, herausgegeben von der Akademie der Wissenschaften Mainz und der Kustodie der Universität Leipzig, ist in der Ausstellung erhältlich. (idw)

>> Öffnungszeiten:
Di - Fr 10-17 Uhr, Sa 10-13 Uhr
Montag, Sonntag und an Feiertagen geschlossen


>> Weitere Informationen:
Kustodie der Universität Leipzig
Telefon: 0341 97-30170
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> www.uni-leipzig.de/kustodie