’Abstrakte Kunst’, gegenstandslose Kunst, gegenstandsfreie Kunst, von lateinisch ’abstrahere’ = ’abziehen’, ’loslösen’, bezeichnet jede Art der Bildenden Kunst, die, keiner mimetisch-abbildenden Absicht folgend (dieses Feld hatte die Fotografie weitgehend im Sturm erobert), sich von der gegenständlichen, wirklichkeitsbezogenen Darstellung losgelöst hat. Künstler suchen so, die Struktur des Werkes als eigenständige Realität zu betonen und u.a. die Innenwelt darzustellen, die mannigfaltiger ist als die sichtbare Außenwelt. Manch einer geht so auch vom sichtbar Wesentlichen eines Objekts aus, betont dieses extrem oder abstrahiert von ihm. In jedem Fall liegt die Entscheidung des Grades der Abstraktion in der Entscheidung des Künstlers, der fei ist, inwieweit er die gegenständliche Welt zitiert. Die Gegenstände der Abstrakten Kunst lösen so meist keine genau definierbare Gegenstandsassoziation aus, so dass meist kein genauer Wirklichkeitsbezug herzustellen ist, jegliche Beurteilung also nur Interpretation, keine geradlinige Beschreibung sein kann.

>> Wichtige Wegbereiter der abstrakten Kunst im 20. Jahrhundert: Wassily Kandinsky (Loslösen von der sichtbaren Natur, Farbkompositionen und ’reine’ (= geometrisierende) Formen) und Kasimir Malewitsch…

>> lyrisch: Kupka, Kandinsky, Winter, Baumeister, Delaunay, Miro
>> geometrisch: Malewitsch , Poliakoff, Rodtschenko, Mondrian, Albers