’Postimpressionismus’, Sammelbegriff für Stilrichtungen des späten 19. Jh. und frühen 20. Jh.
Teils umgewandelte, weiterentwickelte Art des Impressionismus (Neoimpressionismus), teils Überwindung desselbigen, (Nabis-Stil, Symbolismus). Bewusstsein des ’objektiven Blicks’, der Abhängigkeit des Sehakts von Wahrnehmungsbedingungen, des 'Wann' und des 'Wie' des Sehens, gelenkt von  Voraussetzungen der Wahrnehmung und der Zeit.

>> Bonnard, Cézanne, Gauguin, Klimt, Munch, Seurat, Toulouse-Lautrec, van Gogh, Vuillard

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Für Paul Cézanne (1839-1906) ist die Voraussetzung aller Arbeit die Unterordnung unter den Gegenstand, bzw. das reine Schauen: 'Das ganze Wollen des Malers muß schweigen. Er soll in sich verstummen lassen alle Stimmen der Voreingenommenheit. Vergessen! Vergessen! Stille schaffen! Ein vollkommenes Echo sein. Die Landschaft spiegelt sich, vermenschlicht sich, denkt sich in mir. Ich steige mit ihr zu den Wurzeln der Welt. Wir keimen. Eine zärtliche Erregung ergreift mich und aus den Wurzeln dieser Erregung steigt dann der Saft, die Farbe. Ich bin der wirklichen Welt geboren. Ich sehe! [...] Um das zu malen muß dann das Handwerk einsetzen, aber ein demütiges Handwerk, das gehorcht und bereit ist unbewußt zu übertragen.'In dieser vorherbestimmten Richtung liegt für Cézanne das eigentliche Geheimnis der Malerei, nämlich der Zusammenhang von Harmonie und der Illusion der Tiefe: 'Die Farbe muß diesen Sprung in die Tiefe ausdrücken. Daran erkennt man das Können des Malers. […] Aus der genauen Beziehung der Farbtöne geht die Modellierung hervor. Wenn die Töne harmonisch nebeneinander stehen, modelliert sich das Bild von selbst.'

Paul Cézanne
'Stillleben mit Äpfeln'
ca. 1890
Öl auf Leinwand
35,2 x 46,2 cm
Eremitage, St. Petersburg