Die Bezeichnung 'Akt' leitet sich von dem lateinischen 'actus' = Bewegung, Handlung ab. Der Begriff benannte die Pose eines nackten Modells und später die Darstellung des nackten menschlichen Körpers (ob mit oder ohne Modell entstanden). Das Zeichnen nach nacktem Modell, das 'Aktzeichnen', ist in der Geschichte der Kunst eine der ältesten und vielfältigsten Malweisen. In der Frühgeschichte noch ausschließlich als Kultgegenstand geschaffen und aufgefasst, bei den Griechen zum selbständigen Kunstgegenstand erhoben, wurde er erst nach dem Mittelalter üblicher. Zunächst lediglich für religiöse Motive, wenn es die Darstellung, z.B. von Martyrern erforderte, zugelassen, erhoben Künstler wie Leonardo da Vinci und Albrecht Dürer ihre Aktstudien zu eigenständigen Kunstwerken

Heute wird das Aktmalen ebenso ausführlich betrieben, auch gerade aus dem Grunde, da es den Kunstschaffenden immer wieder gelingen kann, neue Sichtweisen auf den menschlichen Körper darzustellen. Der Akt wird auch in Zukunft nie an Brisanz und Aktualität verlieren - die Grenze zwischen Erlaubten und dem Skandal ist schmal, aber spannend zu beschreiten, um so, in der Auseinandersetzung mit dem nackten menschlichen Körper zur Kommunikation immer neuer Ausdrucksformen der inneren Welt des Individuums zu gelangen.