Ein Bildnis (frz.-lat. =Porträt) ist das künstlerische Darstellen einer oder mehrerer Personen. Man unterscheidet - je nach Art der Wiedergabe, der Anzahl der porträtierten Menschen und dem Bildgehalt - Kopf- Brust- und Hüftbilder, Büsten, Halbfiguren und Kniestücke, Profil- und En-face-Bilder, Stand- und Reiterbilder, Einzel-, Doppel- oder Gruppenbildnisse, Herrscher-, Gelehrten- oder Selbstporträts bzw. Familien- oder Geschellschaftsstücke u.a.

Das Bildnis tritt in der altgriechischen Kunst erst im Hellenismus auf; das Porträt in der römischen Republik vor der Zeitenwende ist durch realistische Züge charakterisiert, das der Kaiserzeit durch idealisierende. In den Zeiten des Mittelalters hingegen war die Persönlichkeitswiedergabe nicht gefragt, hier wurde ein bestimmter Menschentypus dargestellt. Die Voraussetzungen für das neuzeitliche Bildnis wurden mit der Befreiung des Menschen von den mittelalterlichen Bindungen und seiner damit verbundenen Isolierung geschaffen. So entwickelte es sich im Verlauf des 14. Jahrhunderts in Italien und vor allem im Französisch-burgundischen. Im 15. und 16. Jahrhundert gelangt die Bildniskunst in Europa ihren Höhepunkt; doch auch im Barock, im Zeitalter der Repräsentation und auch im bürgerlichen 19. und frühen 20. Jahrhundert wurde das Porträt sehr geschätzt.

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Gustav Klimt
'Bildnis Margaret Stonborough-Wittgenstein'
1905
Öl auf Leinwand,
180 x 90cm
Neue Pinakothek, München