Ein 'Emblem' (gr.-lat.-frz. "eingelegtes, eingesetztes Stück") ist ein Sinnbild, ein sinnbildhaftes Attribut oder, allgemein gesprochen, ein Kennzeichen. Das Emblem funktioniert als Kunstform; unter Zuhilfenahme von Bild und Wort will das Emblem an sich unanschauliche Sachverhalte bildlich anschaulich machen. Oft heftet dieser Kunstform dabei ein gewisser Rätselcharakter an.

Entwickelt wurde das Emblem in der Renaissance durch den Humanismus. Verbreitet wurden Embleme durch Emblembücher; als älteste Sammlung gilt das "Emblematum liber" des Andrea Aleiati von 1532.

Aufgebaut ist ein Emblem im einzelnen durch das 'Lemma' (Überschrift, Wort, Wahlspruch oder Devise) - in der Regel ist dies ein kurzer lateinischer oder griechischer sprichwortartiger Text, der auch in die Darstellung verwoben sein kann - und dem 'Ikon' (auch Pictura, Imago, Sinnbild) als dem Bildanteil. Liest man beide zusammen, so machen sie das zu entschlüsselnde "Rätsel'" aus. Dieses wird dann nun seinerseits durch die 'Unterschrift' ('Subscriptio'), meist in Form eines Epigramms, erläutert, da es den symbolischen oder allegorischen Sinn des Bildes aufgreift und zu 'enträtseln' versucht.

Besonders in der Barockzeit (16.-18. Jahrhundert) gehörte das Emblem zu einer der beliebtesten und populärsten Kunstformen. Am Häufigsten fand es Gestalt in Form des Kupferstichs.

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Hendrik Goltzius (1558 - 1617):
'Quis evadet'
('Wer kann entrinnen?')
Kupferstich
1594
'Die frische Blume, leuchtend im Frühling und duftend,
verwelkt plötzlich und die Schönheit vergeht schnell.
So vergeht auch das Leben der eben Geborenen und
entflieht gleich einer Seifenblase aus leerem Dunst.'