Der Name 'Ready-made' ('Readymade'), englisch für 'fertig gemacht', 'gebrauchsfertig', hat seinen Ursprung bei Marcel Duchamp. Dieser deklarierte seit 1913/14 normale (Gebrauchs-)Objekte, welche er aus ihrem alltäglichen Zusammenhang, ihrer üblichen Umgebung herausholte, zu Kunstwerken. Eines seiner bekanntesten, auf diese Weise initiierten Werke, ist das, mit einer Fahrradgabel auf einem Küchenhocker geschraubtes drehbares Fahrradvorderrad. Es gilt als erstes Ready-made-Objekt, gleichzeitig als erste bewegliche Plastik.

Für den 1. Salon der Unabhängigen von New York ('Society of Independents') reichte Duchamp 1917 eine 'Keramikarbeit' ein, 'Fontäne' betitelt. Sie war mit 'R. Mutt' signiert ... Bei diesem Werk handelte es sich um ein handelsübliches, serienmäßig (von einer New Yorker Firma, deren Fabrikant 'Mutt' hieß) gefertigtes Urinoir. Duchamp erntete großen Protest, die 'Fontäne' wurde nicht ausgestellt und er, selber Jurymitglied, wurde von dieser ausgeschlossen. 1920 erst gelang die Präsentation dieses Ready-mades, dieses Urinoirs, als Kunstwerk - was den Ausstellungsort, das Brauhaus Winter in Köln, zur ersten Adresse der rheinischen Avantgarde werden ließ. Es folgten viele provokante Inszenierungen alltäglicher Gegenstände, die zu Meisterwerken hochstilisiert wurden. Nicht mehr Funktion, sondern Form, Auswahl und Art der Präsentation, meist auf einem Podest, war entscheidend.

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> Daniels, Dieter, Duchamp und die anderen. Der Modellfall einer künstlerischen Wirkungsgeschichte. in der Moderne, Köln 1992.